Sonntag, 3. Januar 2016

Eine kurze Geschichte des Schlafes

Es begab sich zu einer Zeit, die mal als "Zwischen den Jahren" kennt...


Sie haben vielleicht schon einmal davon gehört, die wundersame Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr (im südlicheren Deutschland und befreundeten Ausland auch gerne verlängert bis Dreikönig) in der sich wenig bis gar nichts regt. Nun, das mag vielleicht zutreffen, wenn Sie Single oder kinderlos verpartnert sind und (wie wir vor einigen Jahren) dem Jahreswechsel in Richtung Süden entflohen sind. Keine Familie, keine Verpflichtungen, nada...

Heute, ja heute sieht das etwas anders aus. 85cm kleines Glück zeigen nur bedingt Verständnis dafür, warum der mit Mama und Papa gerade mühsam eingeübte Schlafrhythmus nun nach nur drei Wochen wieder hinfällig sein soll. 

Was war passiert?

Nun, mit Anfang Dezember begann für unser Kind die aufregende Zeit der Kita-Eingewöhnung, wozu auch gehört, dass der  bisherige Rhythmus den Tag gegen 21 Uhr zu beenden und am nächsten Morgen nicht vor 9 Uhr wieder ins Geschehen einzugreifen von einer Nacht auf die andere recht ungnädig beendet wurde.

Kinder brauchen ihren Schlaf! Ja, zugegeben Erwachsene auch, aber während wir Kompensationsmechanismen haben um einige kurze Nächte auszugleichen sinken die Charmewerte eines unausgeschlafenen Kleinkinds ganz flott in Richtung der aktuell herrschenden Außentemperaturen. Wenn dazu noch die genetische Veranlagung (von beiden Elternteilen) eine spätaktive Eule zu sein hinzutritt, können Sie, liebe Leser, sich ungefähr vorstellen, welche Freude es uns allen bereitet hat, die innere Uhr des kleinen Charmebolzens an die beruflich notwendigen Begebenheiten seiner Eltern anzupassen...
Sei es, am Ende hatten wir gewonnen und das Kind tatsächlich abends um 19 Uhr friedlich schlafend im Bett doch nun kam auch schon Weihnachten und damit die ersten Kitaferien.

Zwischenzeitlich hatte Monsieur nämlich die Vorzüge des frühen Wachseins für sich entdeckt - einkaufen mit Eltern, verfolgen der Hauskatze durch die Wohnlandschaft und - nicht zu vergessen - die zusätzliche Mahlzeit, denn wer früher wach ist, hat ja auch umso länger Hunger...
Wir befanden uns also die vergangenen zwei Wochen in einer Phase, in der wir dank Jahresurlaub endlich mal hätten ausschlafen können, stattdessen jedoch zielgerichtet jeden (!) Tag zwischen 08:01 und 08:04 Uhr geweckt wurden. Da sag noch einer, Kleinkinder könnten keine Uhrzeiten einhalten.

Während also die Erwachsenen mürrisch klären, wer denn nun heute die große Ehre hat das morgendliche Bad- und Ankleideritual durchzuführen, seilt sich Junior schon einmal aus dem Bett ab und beginnt mit dem Pyjama einen Kontroll(krabbel)gang, um den Zustand der Bodenreinigung festzustellen. Soweit so bedauerlich, aber wir haben ein paar Pyjamas für ihn in Reserve und eine fixe Waschmaschine. Der Handlungsbedarf bis hierhin also noch: überschaubar
Spätestens aber wenn ein blechernes "klong" ertönt, weiß der erfahrene Erziehungsberechtigte, dass der Nachwuchs nun den Katzenfutterplatz erreicht und die Wasserschale umgedreht hat. Dies führt - neben berechtigter Empörung bei pelzigen Hausherrschern - dann doch zu elterlicher Aktivität. Also aufstehen, Kind schnappen, Wettex nehmen und Wasser aufnehmen, neue Schale holen, Wasser einfüllen, Katzen zufriedenstellen - das alles natürlich mit dem Äquivalent eines Sixpack Wasser unterm Arm, dass quietschfidel ob seines Aktionismus ist und zu gerne "mithelfen"
würde *zappel*.

Nachdem dies alles geschafft ist, das Kind also eingefangen, gereinigt und bekleidet und auch die müden Eltern langsam in die Gänge gekommen sind, kann der Urlaubstag so richtig beginnen. Aber davon ein andermal mehr...

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